Ein Beitrag von Regine Arlt
Mein Name ist Regine Arlt, als Ärztin arbeitete ich in der Frauenheilkunde in Deutschland
und England, seit 2004 in der Beratungsstelle der pro familia Pforzheim.
Seit 2018 sind unsere Klient:innen und wir zwei Mal jährlich je 40 Tage einer Belagerungskampagne von Abbruchgegnern aus Texas ausgesetzt. Vom 18.2. bis 29.3.2026 ist wieder angemeldet mit 100m Abstand von unserem Eingang.
In Pforzheim, Enzkreis und Calw dürfen wir seit Jahren nur auf eine einzige Praxis verweisen, die einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch anbietet.
Unser Wunsch ist, dass sich bald in unserer Gegend zusätzlich 3 bis 5 anbietende Ärzt:innen finden. Auch abortion buddies, Begleitende zum Abbruch und Familienbetreuung wären manchmal nötig. Die Reise in andere Regionen erfordert von Schwangeren mit wenig Ressourcen oft einen großen Aufwand an Geld und Zeit und ist besonders für Mütter mit kleinen Kindern häufig sehr herausfordernd.
Seit dem 13. November 2024 sind durch §§ 8,13 SchKG nun Schwangere, Beratungsstellen und Praxen sowie medizinisches Personal besser vor Belästigung durch Abbruchgegner*innen geschützt.
Vor einem Jahr schrieben wir die uns bekannten Frauenärztinnen und Ärzte an und baten sie zukünftig zur wohnortnahen Versorgung mit dem Angebot von medikamentösem und/oder chirurgischem Schwangerschaftsabbruch beizutragen und verwiesen auf niederschwellige Fortbildungsmöglichkeiten bei https://doctorsforchoice.de/fortbildungen/. Es meldete sich niemand. Wir fragten Herrn Haist direkt um Rat. Er ist u.a. Vorsitzender der Ärzteschaft Pforzheim/Enzkreis, Mitglied im Vorstand der Landesärztekammer Baden- Württemberg, Vizepräsident im BERUFSVERBAND DER FRAUENÄRZTE e.V. und Vorsitzender im Landesverband Baden-Württemberg. Auch seine Bemühungen für unsere Region waren bisher erfolgslos. Allerdings erleben er und seine Kollegen in PF/Enz aktuell keine massive Versorgungsnot für Schwangerschaftsabbrüche. Sie können die wenigen Patientinnen derzeit noch unkompliziert Karlsruhe, Stuttgart oder Ludwigsburg zuweisen. Größere Herausforderungen haben Personen mit Rheuma, Hautkrankheiten, Magen-Darmerkrankungen und Kinderkrankheiten. So versucht die Stadt Pforzheim, mit einem MVZ die kinderärztliche Versorgungssituation zu verbessern! Für die Versorgung im Schwangerschaftsabbruch gibt beim Sozialministerium eine Arbeitsgruppe, die schon einige Zeit an Lösungsansätzen für ganz Baden-Württemberg arbeitet.
Die pro familia Pforzheim Beratungsstelle berät mit ca. 3000 Gesprächen im Jahr 1000 bis 1500 Personen, Paare und Familien zu Hilfen um die Schwangerschaft, im Schwangerschaftskonflikt, zu Sexualität, zu Partnerschaft. Wir arbeiten bildend, vorbeugend und unterstützend jährlich mit 25 bis 45 Gruppen und erreichen damit 300 bis 600 Personen.
Die Abteilung Familienhilfe begleitet und hilft jährlich im Auftrag des Jugendamtes intensiv 150 bis 200 Kindern und Familien.
Fragen beantworten wir gerne und freuen uns über Unterstützung mit Ideen, Spenden und
Mitgliedschaft.
Regine.Arlt@profamilia.de
Newsletter PfoFamilia März 2026: https://crm.profamilia.de/civicrm/?civiwp=CiviCRM&q=civicrm%2Fmailing%2Fview&reset=1&id=32bbc023fb9431f8&cid=6267&cs=5e5ea9449fc1d0e95ff99cf13b4088e5_1772646213_168